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Konische Gummistopfen aus EPDM: strahlfest und bis 177 °C temperaturbeständig

Beim Sandstrahlen trifft das Strahlmittel mit mehreren bar Druck auf das Werkstück und findet jede offene Bohrung. Gewindegänge werden ausgewaschen, Passungen aufgeraut, und Strahlkorn setzt sich in Sacklöchern fest. Diese konischen Gummistopfen aus EPDM schützen Bohrungen genau in diesem Arbeitsschritt. Durch die Kegelform deckt jeder Gummipfropfen mehrere Durchmesser ab, insgesamt reichen die 8 Größen für Bohrungen von 4 bis 38 mm.

Der besondere Vorteil: Wenn Sie mit Niedrigtemperatur-Pulver arbeiten, bleibt der Stopfen nach dem Strahlen einfach stecken und geht mit in den Ofen, denn EPDM hält kurzzeitig bis 177 °C. EPDM-Stopfen sind für die Oberflächentechnik gemacht, also für Strahlen, Beschichten, Galvanik und Nasslack. Weitere Bauformen finden Sie in der Übersicht unserer Stopfen, alles zum Abdecken und Abkleben vor der Pulverbeschichtung unter Maskierungen.

EPDM oder Silikonstopfen? Vor- und Nachteile im Vergleich

Konische Stopfen gibt es bei uns aus zwei Werkstoffen. Welcher passt, hängt davon ab, was mit dem Bauteil passiert:

Arbeitsschritt EPDM-Stopfen Silikonstopfen
Sandstrahlen geeignet nicht geeignet
Einbrennen von Standard-Pulverlack (180 bis 200 °C) nicht geeignet geeignet, bis 315 °C
Einbrennen von Niedrigtemperatur-Pulver geeignet bis 177 °C geeignet
Galvanik, Eloxal, Nasslack geeignet geeignet
Kontakt mit Öl und Kraftstoff nicht beständig bedingt beständig
Größenerkennung alle schwarz Farbe je Größe

Die Stärke von EPDM liegt beim Strahlen. Silikon ist weicher, das Strahlmittel trägt seine Oberfläche ab, und der Stopfen dichtet danach nicht mehr zuverlässig. Dafür hat Silikon im Ofen deutlich mehr Reserve. Für Standard-Pulverlacke setzen Sie deshalb nach dem Strahlen auf Silikon um. Die gleichen Modellnummern gibt es bei den kleinen konischen Silikonstopfen und den Silikonstopfen für Rohre ab 20 mm. Ein M11-17 aus EPDM wird also gegen einen M11-17 aus Silikon getauscht.

Wofür sich EPDM-Stopfen eignen

Strahlen von Felgen, Rahmen und Gussteilen

Ob Glasperlen, Korund oder Strahlgranulat: Radschraubenbohrungen, Tretlagergewinde, Lenkerenden und Gewinde an Motorgehäusen bleiben verschlossen, solange gestrahlt wird. Gerade bei Gewinden spart das viel Arbeit, denn ein ausgestrahltes Gewinde muss sonst nachgeschnitten werden.

Einbrennen von Niedrigtemperatur-Pulver

Niedrigtemperatur-Pulverlacke härten je nach Hersteller schon bei 140 bis 160 °C Objekttemperatur aus. Dort können die EPDM-Stopfen im Bauteil bleiben, der Wechsel auf Silikon entfällt. Maßgeblich ist das Datenblatt Ihres Pulvers. Liegt die vorgeschriebene Objekttemperatur über 170 °C, tauschen Sie besser auf Silikon, damit auch Temperaturspitzen beim Aufheizen keinen Schaden anrichten.

Galvanik, Eloxal und Nasslack

EPDM ist beständig gegen Wasser, Witterung und viele wässrige Säuren und Laugen. Deshalb werden die Stopfen auch beim galvanischen Verzinken, beim Verchromen und Eloxieren eingesetzt sowie in Nasslackkabinen mit Trocknung bei 60 bis 80 °C.

Größentabelle: Konische Gummistopfen aus EPDM

Die Spalte Bohrung Ø nennt den Bereich, in dem der Stopfen sicher sitzt. Er ist bewusst etwas enger gefasst als die reine Konusspanne, damit genug Material in der Öffnung steckt und der Stopfen auch dem Strahldruck standhält.

SKU Modellnummer Bohrung Ø Länge Einsatzbeispiel
STO-103-M4-5 M4-5 4 bis 6 mm 19,1 mm Gewinde M4 und M5, kleine Entlüftungsbohrungen
STO-103-M4-8 M4-8 6 bis 8 mm 15,9 mm Gewinde M6 und M8 in flachen Bohrungen
STO-103-M4-8XL M4-8 XL 6 bis 8 mm 25,4 mm Gewinde M6 und M8, längerer Griff für tiefe Bohrungen
STO-103-M3-15XL M3-15 XL 4 bis 13 mm 35,0 mm Gussteile mit vielen unterschiedlichen Bohrungen
STO-103-M11-15 M11-15 12 bis 14 mm 22,2 mm Radschraubenbohrung M12 beim Felgenstrahlen
STO-103-M11-17 M11-17 12 bis 16 mm 25,4 mm Radschraubenbohrung M14, Gewinde M14 und M16
STO-103-M17-25 M17-25 18 bis 23 mm 25,4 mm Lenkerenden, Rohre mit 22 und 25 mm Außendurchmesser
STO-103-M31-38 M31-38 32 bis 38 mm 25,4 mm Tretlagergehäuse BSA und Steuerrohr EC34 beim Rahmenstrahlen

Hinweise für Strahlkabine und Ofen

  • Nicht direkt anstrahlen. Auch EPDM nutzt sich ab, wenn die Düse lange auf den Stopfen gerichtet ist. Strahlen Sie die Umgebung der Bohrung im flachen Winkel, dann hält ein Stopfen viele Durchgänge.
  • Stopfen vor dem Pulverauftrag abblasen. Strahlstaub setzt sich in der Gummioberfläche fest. Bleibt der Stopfen für das Einbrennen im Bauteil, blasen Sie ihn vor dem Beschichten gründlich mit Druckluft ab, sonst landen Partikel im frischen Pulver.
  • Objekttemperatur kennen. Die eingestellte Ofentemperatur ist nicht die Temperatur am Werkstück. Beim Aufheizen kann ein Umluftofen kurzzeitig deutlich überschwingen. Messen Sie bei Niedrigtemperatur-Pulver im Zweifel mit einem selbstklebenden Ofenthermometer nach.
  • Kein Kontakt mit Öl und Fett. EPDM quillt in Mineralöl und Kraftstoff auf und verliert seine Form. Setzen Sie die Stopfen nur in entfettete Bohrungen und lagern Sie sie getrennt von Ölen.

Tipp aus der Praxis vom Pulverkönig

Ich lege die EPDM- und Silikonstopfen gleicher Größe im Sortimentskasten direkt nebeneinander. Nach dem Strahlen ist der Tausch dann eine Sache von Sekunden, und niemand greift aus Versehen zum schwarzen Stopfen, wenn das Teil anschließend bei 200 °C in den Ofen geht.

Den Weg vom Strahlen bis zum fertig eingebrannten Bauteil beschreibt unsere Anleitung zum Pulverbeschichten in der eigenen Werkstatt. Gewinde, die auch im Ofen geschützt bleiben sollen, verschließen Sie mit Lamellenstopfen aus Silikon.

Werkstoff und Packungsgrößen

  • EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk), schwarz
  • Härte 60 Shore A, Reißfestigkeit 12 MPa, Bruchdehnung 450 %
  • Kurzzeitig bis 177 °C belastbar
  • Laut Hersteller empfohlen für Strahlen, Nasslack, Galvanik und Eloxal
  • Wiederverwendbar, bis die Oberfläche durch das Strahlmittel sichtbar angegriffen ist
  • Abgabe als 10er-, 25er- und 50er-Packung, Modell M31-38 als 5er, 10er und 25er

Häufige Fragen

Kann ich die Stopfen bei 180 °C oder mehr einbrennen?

Nein. Oberhalb von 177 °C altert EPDM schnell: Es verhärtet, wird rissig und kann am Werkstück haften. Für Standard-Pulverlacke tauschen Sie nach dem Strahlen auf konische Silikonstopfen der gleichen Größe.

Eignen sich die EPDM-Gummistopfen für Labor, Flaschen oder Lebensmittel?

Dafür sind sie nicht vorgesehen. Die Stopfen sind für die Oberflächentechnik ausgelegt und nicht für Anwendungen mit Lebensmittel- oder Laboranforderungen geprüft.

Wie unterscheide ich die Größen, wenn alle schwarz sind?

Am einfachsten über getrennte, beschriftete Fächer im Sortimentskasten. Im Zweifel stecken Sie den Stopfen kurz in eine Bohrung mit bekanntem Maß und vergleichen mit der Größentabelle.