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Das Pulverbeschichtungsgerät für Betriebe, die ständig die Farbe wechseln. Statt aus einem Behälter saugt der E-COAT+3 Master Multicolor das Pulver über ein Saugrohr direkt aus dem Originalgebinde. Kein Umfüllen, kein Behälter, der nach jedem Farbton gereinigt werden muss. Versandkostenfreie Lieferung in 7 bis 10 Tagen.

Wann sich der E-Coat+3 Master Multicolor rechnet

Die Multicolor-Ausführung spielt ihre Stärke genau dann aus, wenn Sie viele Farbtöne in kleinen bis mittleren Mengen fahren: Lohnbeschichtung mit wechselnden Kundenwünschen, Sonderfarben, Musterteile, Kleinserien. Je häufiger der Wechsel, desto größer der Abstand zur Behälterlösung.

Umgekehrt gilt: Wenn Sie tagelang denselben Farbton in großen Mengen durchsetzen, ist die Ausführung mit dem 50-Liter-Edelstahlbehälter die ruhigere Wahl. Beide Varianten und das Grundset ohne Pulverquelle finden Sie in unserer Kategorie Electron Pulverbeschichtungsgeräte.

So funktioniert die Entnahme aus dem Gebinde

Ein Saugrohr taucht von oben in den geöffneten Karton oder Eimer ein und führt das Pulver über den Injektor zur Pistole. Damit das Material nachrutscht und nicht über der Ansaugstelle brückt, arbeiten zwei Komponenten zusammen:

  • Der Vibrationsmotor (220/110 V) versetzt das Gebinde in leichte Schwingung und hält das Pulver in Bewegung. Er läuft parallel zur Fluidisierung an, sobald Sie den Abzug betätigen.
  • Die Fluidisierungsluft lockert das Pulver im Bereich des Saugrohrs auf. Den Druck stellen Sie am Bedienfeld des Wagens ein, für Geräte mit Saugrohr gilt dabei die Einstellung Typ M.

Aktiviert wird beides über die Taste B1 an der Frontplatte. Bleibt die Vibration aus, ist in aller Regel genau diese Taste nicht aktiv. Das ist der häufigste Bedienfehler bei dieser Gerätevariante und in der Fehlerliste des Herstellers auch so aufgeführt.

Die Steuereinheit muss für den Kartonbetrieb einmalig im Setup umgestellt werden. Parameter C-1 wird dafür auf den Modus "Manuell mehrfarbig" gesetzt. Über Parameter C-3 legen Sie zusätzlich fest, wie viele Sekunden Vibration und Fluidisierung nach dem Loslassen des Abzugs noch nachlaufen. Ab Werk sind zwei Sekunden hinterlegt, bei zäheren Pulvern kann ein höherer Wert sinnvoll sein.

Was ein Farbwechsel tatsächlich kostet

Der eigentliche Zeitfresser beim Farbwechsel ist nicht der Pulverweg, sondern die Reinigung der Pulverquelle. Genau die entfällt hier. Ein Vergleich der beiden Arbeitsabläufe:

Arbeitsschritt Mit 50-l-Behälter Mit Kartonentleerer
Pulverweg freiblasen (Injektor, Schlauch, Pistole) unter 25 Sekunden unter 25 Sekunden
Pulverquelle leeren Restpulver entnehmen Saugrohr herausziehen
Pulverquelle reinigen Fluidboden und Innenwand ausblasen, auswischen, trocknen Saugrohr abblasen
Neue Farbe bereitstellen Pulver einfüllen Gebinde tauschen, Saugrohr einsetzen
Realistischer Zeitbedarf 10 bis 20 Minuten 2 bis 4 Minuten


Die Zeitangaben sind Erfahrungswerte für einen sauberen Wechsel, keine Laborwerte. Bei fünf Wechseln pro Woche summiert sich die Ersparnis auf etwa eine Stunde, über ein Jahr auf gut fünfzig Arbeitsstunden.

Dazu kommt ein zweiter Effekt, der oft übersehen wird: Restpulver aus einem Behälter landet nach dem Wechsel häufig im Abfall, weil es mit Feinanteil und Fremdpigment angereichert ist. Beim Kartonbetrieb bleibt der Rest im Originalgebinde, verschlossen und sortenrein, und lässt sich beim nächsten Auftrag mit demselben Farbton weiterverwenden. Wie stark das ins Gewicht fällt, hängt von Ihren Losgrößen ab, bei kleinen Aufträgen ist es der größere Posten als die eingesparte Zeit.

Wo die Behälterlösung im Vorteil bleibt

Damit Sie eine Entscheidung treffen können und keine Verkaufsbroschüre lesen: Ein Fluidboden im geschlossenen Behälter hält das Pulver gleichmäßiger in der Schwebe als Vibration plus Fluidisierungsluft im offenen Gebinde. Im Dauerbetrieb mit einer einzigen Farbe über mehrere Stunden liefert die Behälterversion deshalb den minimal konstanteren Austrag.

Außerdem sind Sie beim Kartonbetrieb an die Gebindeform gebunden. Handelsübliche Kartons und Eimer funktionieren, stark verdichtetes oder feuchtes Pulver bereitet dagegen mehr Probleme als im fluidisierten Behälter. Wer beides braucht, betreibt das Gerät mit Kartonentleerer und legt sich zusätzlich einen Behälter zu, denn die Steuereinheit unterstützt beide Betriebsarten und wird lediglich im Setup umgeschaltet.

Farbwechsel an der Pistole auslösen

Der Schnellspülmodus lässt sich nicht nur am Gerät starten, sondern auch direkt an der E-GUN+3 C1: Taste "P" am Pistolenrücken drei Sekunden halten, und Injektor, Schlauch und Pistolenweg werden mit Hochdruckluft freigeblasen. Bei einem Arbeitsablauf, in dem Sie mehrmals täglich wechseln, ist das der Unterschied zwischen einem Handgriff und einem Gang durch die halbe Werkstatt.

Die restliche Steuerung entspricht der übrigen Master-Serie: bis 120 kV und 120 µA, 50 speicherbare Rezepte, automatischer Feinregelmodus unterhalb von 10 µA, Rezeptwechsel per Doppelauslöser. Gerade beim Multicolor-Betrieb lohnt es sich, für jeden wiederkehrenden Farbton ein eigenes Rezept anzulegen, weil Metallic- und Effektpulver andere Parameter brauchen als Standardtöne. Die Technik dahinter erklären wir in der Kategorieübersicht zu den Electron Geräten.

Mobiler Wagen

Das Gebinde steht auf der Bodenplatte des Wagens und fährt mit, Steuereinheit und Luftverteilung sitzen darüber. Der Gerätekopf schwenkt bis zu 55 Grad nach links und rechts, fixiert wird er über den Knopf an der Rückseite. Zusammen mit dem sieben Meter langen Pulverschlauch arbeiten Sie damit an unterschiedlich großen Teilen, ohne das Gebinde jedes Mal umzusetzen.

Lieferumfang

Artikelcode des Herstellers: A06ECM01M+3

  • E-COAT+3 Master Controller-Einheit
  • E-GUN+3 C1 Handpistole mit 7 m Kabel und LED-Beleuchtung
  • E-FEED+3 Injektor
  • 7 m antistatischer Pulverschlauch
  • Regler- und Luftverteilungseinheit
  • Mehrfarben-Einheit mit 220/110 V Vibrationsmotor
  • Mobiler Wagen mit drehbarem Bedienfeld

Nicht enthalten: Pulverlack, Pulverbehälter, Druckluftaufbereitung, Spritzkabine, Absaugung und Erdungszubehör.

Technische Daten

Nenneingangsspannung 100 bis 240 VAC, 50 bis 60 Hz
Eingangsleistung 60 VA
Vibrationsmotor 220/110 V
Hochspannung Pistole bis 120 kV
Ausgangsstrom Pistole bis 120 µA
Hilfsausgang (AUX) 24 VDC / max. 10 W, 100 bis 240 VAC / max. 100 W
AUX-Nachlaufzeit (Parameter C-3) 0 bis 100 s, Werkseinstellung 2 s
Schutzart Steuereinheit IP54
Schutzart Pistole IP64
Explosionsschutz Steuereinheit II 3(2) D (Zone 22), Pistole II 2 D (Zone 21)
Max. Oberflächentemperatur 85 °C
Druckluftanschluss Ø 8 mm
Eingangsdruck und Kapazität 5,5 bis 7,0 bar bei 150 bis 200 l/min
Luftqualität max. 1,4 g/m³ Wasserdampf, max. 0,12 mg/m³ Öl
Elektrodenspülung 0 bis 16 l/min (Werkseinstellung 2 l/min)
Zerstäuberluft 10 bis 75 l/min
Förderluft 10 bis 100 l/min
Gesamtluft 20 bis 175 l/min
Schwenkbereich Bedienfeld 55° nach links und rechts
Pulverschlauch antistatisch, 7 m, Ø 11 mm
Pulverluftdüse Ø 1,5 mm
Geeignete Pulver Epoxid und Polyester
Gewicht Pistole 495 g
Abmessungen Versandeinheit 60 × 40 × 130 cm
Gewicht Versandeinheit 50 kg
Garantie 2 Jahre auf Produktions- und Bauteilfehler

Pulverausstoß mit E-FEED+3 Injektor

Förderluft-Anteil 50 l/min Gesamtluft 75 l/min 100 l/min
20 % 10 g/min 15 g/min 40 g/min
40 % 30 g/min 85 g/min 155 g/min
60 % 72 g/min 253 g/min 295 g/min
80 % 156 g/min 312 g/min 353 g/min
100 % 225 g/min 355 g/min 425 g/min

Richtwerte des Herstellers, gemessen mit Ø 11 mm Schlauch. Der tatsächliche Ausstoß hängt von Pulvertyp, Korngröße und Schlauchführung ab.

Häufige Fragen

Welche Gebinde kann ich verwenden?

Handelsübliche Pulverkartons und Eimer, wie sie im Fachhandel ausgeliefert werden. Das Saugrohr taucht von oben ein, das Gebinde steht auf der Bodenplatte des Wagens. Sehr kleine Gebinde unter etwa fünf Kilogramm sind unpraktisch, weil der Pegel zu schnell fällt und das Saugrohr immer wieder nachgeführt werden muss. Für Musterteile und Kleinstmengen ist deshalb eher das E-LAB+3 Tischgerät mit Becherbetrieb gedacht.

Wie sauber ist ein Farbwechsel wirklich?

Sauber genug für den Serienbetrieb, wenn Sie zwei Punkte beachten. Erstens muss der Pulverweg vollständig freigeblasen sein, und zwar bis in die Düse. Zweitens sollte das Saugrohr nach jedem Wechsel abgeblasen werden, weil dort Pulver anhaftet. Bei einem Wechsel von Schwarz auf ein helles Gelb oder Weiß empfehlen wir zusätzlich, die Düse abzunehmen und Elektrode und Düse separat zu reinigen. Diese Kombination ist erfahrungsgemäß die kritischste.

Läuft der Vibrationsmotor dauerhaft?

Nein, er ist an den Abzug gekoppelt und startet gemeinsam mit der Fluidisierung. Nach dem Loslassen läuft er noch für die Zeit weiter, die Sie in Parameter C-3 hinterlegt haben, ab Werk zwei Sekunden. Das schont Motor und Gebinde und verhindert, dass sich das Pulver in Arbeitspausen unnötig auftrennt.

Kann ich das Gerät später auf einen Pulverbehälter umstellen?

Ja. Die Steuereinheit beherrscht beide Betriebsarten, umgestellt wird sie über Parameter C-1. Zusätzlich brauchen Sie einen Behälter mit Injektorbuchse und Saugrohr, den wir in 8, 50 und 100 Litern führen. Viele Betriebe fahren am Ende beides, den Kartonentleerer für Sonderfarben und einen Behälter für die zwei bis drei Standardtöne.

Brauche ich eine Kabine und eine Absaugung?

Ja, ohne Ausnahme. Pulver-Luft-Gemische sind entzündlich, die Steuereinheit ist ausschließlich für Zone 22 zugelassen und darf laut Hersteller nur bei ordnungsgemäß arbeitender Kabine eingeschaltet werden. Beim Kartonbetrieb kommt hinzu, dass das Gebinde offen steht, was die Sorgfalt bei Absaugung und Sauberkeit im Umfeld eher wichtiger macht als bei einem geschlossenen Behälter. Die vollständigen Anforderungen an Erdung, Druckluft und Belüftung haben wir in der Kategorieübersicht zusammengestellt.

Passendes Zubehör und Material

Wer den Prozess von Grund auf nachvollziehen will, findet in unserer Anleitung zum Selberbeschichten alle Schritte von der Vorbehandlung bis zum Einbrennen.

Master oder Pro?

Für den Multicolor-Betrieb sprechen zwei Master-Funktionen besonders: die 50 Rezeptspeicher, mit denen Sie jedem Farbton eigene Parameter zuweisen, und die automatische Luftregelung. Der E-COAT+3 Pro beherrscht den Mehrfarbenmodus ebenfalls, arbeitet aber mit drei Werksrezepten, manuellen Manometerreglern und maximal 100 kV. Bei vielen Farbwechseln bedeutet das mehr Handarbeit am Gerät. Die Pro-Serie nehmen wir in Kürze auf, melden Sie sich, wenn wir Ihnen Bescheid geben sollen.

Lieferung und Service

Die Lieferung innerhalb Deutschlands dauert 7 bis 10 Tage und ist für Sie versandkostenfrei, nach Österreich 7 bis 14 Tage. Andere Zielländer klären wir vorab mit Ihnen. Mit 50 kg und einer Höhe von 130 cm geht das Gerät per Spedition bis Bordsteinkante, halten Sie für die Abladung bitte eine zweite Person oder ein Hebemittel bereit.

Ersatz- und Verschleißteile bekommen Sie über die gesamte Produktlebensdauer bei uns, dazu zählen neben Düsen, Deflektoren und Carbonringen auch die Teflonbuchse und die Injektordüse, die im Multicolor-Betrieb durch die häufigeren Spülvorgänge etwas schneller verschleißen als bei Einfarbenbetrieb. Electron gibt die wirtschaftliche Lebensdauer der Steuereinheit mit rund zehn Jahren an.