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Das Electron Tischgerät der E-COAT+3 Serie

für Musterteile, Farbentwicklung und Qualitätskontrolle. Statt aus Behälter oder Gebinde zieht das E-LAB+3 Master DI sein Pulver aus einem 500-ml-Becher, der direkt am Inline-Injektor sitzt. Damit beschichten Sie ein Musterblech mit derselben Steuerungstechnik wie in der Produktion, brauchen dafür aber nur eine Handvoll Pulver und einen Quadratmeter Stellfläche. Versandkostenfrei in 7 bis 10 Tagen geliefert.

Wofür Sie ein Electron Laborgerät brauchen

Es gibt vier Situationen, in denen sich ein separates Tischgerät bezahlt macht, obwohl bereits eine Anlage im Haus steht:

  • Farbfreigabe vor der Serie. Ein Musterblech aus derselben Charge, mit dokumentierten Parametern beschichtet, bevor Sie hundert Bauteile in eine Farbe schicken, die im ausgehärteten Zustand anders wirkt als im Fächer.
  • Kundenmuster. Wenn ein Auftraggeber drei Farbtöne zur Auswahl sehen will, binden Sie dafür nicht die Produktionsanlage und rüsten sie dreimal um.
  • Eingangs- und Chargenprüfung. Neue Pulverlieferung, gleicher Farbton, andere Charge: Ein Testblech unter identischen Parametern zeigt Abweichungen in Deckkraft, Verlauf und Glanzgrad, bevor sie auf dem Kundenteil auffallen.
  • Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Sprühabstand, Führungsgeschwindigkeit und das Gefühl für den Pulveraustrag lernt man an Blechen, nicht am Kundenauftrag.

Ebenso ist das Gerät der Einstieg für Betriebe, die Pulverbeschichtung erst einmal ausprobieren wollen, ohne sich gleich für eine Anlagenkonfiguration zu entscheiden. Die vollständige Auswahl der Bodengeräte finden Sie in unserer Kategorie Electron Pulverbeschichtungsgeräte.

Becherbetrieb statt Behälter

Der E-FEED+3 VI Inline-Injektor sitzt unmittelbar über dem Becher und bildet mit ihm eine Einheit. Der Weg vom Pulver zur Düse ist dadurch kurz, was zwei praktische Folgen hat: Es bleibt nach dem Spülen kaum Restmaterial im System, und ein Farbwechsel besteht im Wesentlichen darin, den Becher zu tauschen.

Die Becher sind als Easy-Lock-Ausführung konstruiert und lassen sich ohne Werkzeug abnehmen. Serienmäßig liegt der 500-ml-Becher bei, der 1000-ml-Becher ist optional erhältlich. Was das an Material bedeutet, lässt sich überschlagen:

Becher Füllmenge (geschätzt) Reicht ungefähr für
500 ml rund 250 bis 350 g 1,5 bis 2,5 m² bei 60 µm
1000 ml rund 500 bis 700 g 3 bis 5 m² bei 60 µm

Die Werte beruhen auf einer angenommenen Schüttdichte von 0,5 bis 0,7 kg/l und einer Transfereffizienz von 60 bis 75 %. Sie sind als Größenordnung gedacht, nicht als Zusicherung. Für eine Reihe DIN-A4-Musterbleche genügt der 500-ml-Becher in aller Regel deutlich.

Der Vorteil kleiner Mengen zeigt sich beim Preis pro Versuch: Wer einen Sonderfarbton testen möchte, muss dafür kein Kilogramm ins System geben, das anschließend im Becher verbleibt oder entsorgt wird.

Reproduzierbarkeit als eigentlicher Zweck

Ein Musterteil ist nur dann aussagekräftig, wenn es sich unter denselben Bedingungen wiederholen lässt. Genau dafür ist die Master-Steuereinheit gebaut, die im E-LAB+3 identisch zu den Bodengeräten verbaut ist.

Sie legen für jeden Prüfvorgang ein eigenes Rezept an, insgesamt stehen 50 Speicherplätze zur Verfügung. Spannung, Strom, Gesamtluft und Pulveranteil sind damit dokumentiert und jederzeit wieder abrufbar. Wenn ein Kunde nach sechs Monaten fragt, warum die Nachbestellung anders aussieht als das Freigabemuster, können Sie die Parameter des Ursprungsmusters aufrufen und den Vergleich unter identischen Bedingungen fahren. Ohne Rezeptspeicher ist diese Frage nicht sauber zu beantworten.

Für die Beurteilung dünner Schichten und empfindlicher Farbtöne arbeitet die Steuereinheit unterhalb von 10 µA automatisch im Feinregelmodus, der die Pulverladung engmaschiger nachregelt. Wie das im Detail funktioniert, beschreiben wir in der Kategorieübersicht zu den Electron Geräten.

Aufbau und Platzbedarf

Das Gerät kommt mit einem Montagesatz für den Tischbetrieb. Steuereinheit, Pistolenhalterung, Injektor und Becher sitzen auf einer gemeinsamen Konsole, die Sie auf eine Werkbank oder einen Rollwagen stellen. Mit 37 × 57 × 34 cm und 13 kg bleibt der Aufbau transportabel, was für Vorführungen beim Kunden oder für den Wechsel zwischen Labor und Werkstatt praktisch ist.

Angeschlossen wird das Gerät an eine normale Steckdose (100 bis 240 V) und an aufbereitete Druckluft mit 5,5 bis 7,0 bar. Die Pneumatikschläuche und -armaturen liegen bei.

Die Electron Handpistole im Laborbetrieb

Die E-GUN+3 C1 wiegt 495 Gramm. Im Laboreinsatz zählt das anders als in der Produktion: Hier arbeiten Sie nicht in langen Bahnen, sondern in vielen kurzen, kontrollierten Sprühstößen, oft mit derselben Hand über eine ganze Musterreihe hinweg. Ein leichtes Gerät hält die Führung dabei gleichmäßiger, was sich direkt auf die Vergleichbarkeit der Bleche auswirkt.

Über die Tasten am Pistolenrücken passen Sie die Pulvermenge während des Sprühens an, ohne die Blickrichtung zu wechseln. Die integrierte LED lässt sich abzugsabhängig schalten und hilft beim Beurteilen des Auftrags auf dunklen Substraten.

Reinigung und Wartung des Inline-Injektors

Da der Injektor im Laborbetrieb häufiger gereinigt wird als in der Produktion, hier der Ablauf in Kürze: Injektor vom Becher trennen, Pulverschlauch von der leitfähigen Pistolenverbindung abnehmen, anschließend Injektorkörper und Pulvereinlass mit öl- und wasserfreier Druckluft ausblasen. Ob der Weg frei ist, prüfen Sie, indem Sie Luft auf den Einlass geben und kontrollieren, ob sie an der Pistolenverbindung austritt.

Für die gründliche Reinigung lassen sich Teflonbuchse und Pulvertransportsystem zerlegen: Injektormutter herausschrauben, das Fördersystem um 55 Grad gegen den Uhrzeigersinn drehen und in einem Stück abziehen. Beim Zusammenbau muss das Luftloch nach oben zeigen und die Markierung auf dem Bauteil mit der Linie am Injektorkörper fluchten. Das ist der einzige Punkt, an dem man bei diesem Gerät wirklich etwas falsch machen kann.

Lieferumfang

Artikelcode des Herstellers: A06ELAB30

  • E-COAT+3 Master Controller-Einheit
  • E-GUN+3 C1 Handpistole mit 7 m Kabel und LED-Beleuchtung
  • E-FEED+3 VI Inline-Injektor
  • Pulverbecher 500 ml, Easy-Lock
  • Pneumatikschläuche und Armaturen
  • Montagesatz für den Tischbetrieb

Optional erhältlich: Becher 1000 ml. Nicht enthalten: Pulverlack, Druckluftaufbereitung, Absaugung und Erdungszubehör.

Technische Daten

Nenneingangsspannung 100 bis 240 VAC, 50 bis 60 Hz
Eingangsleistung 60 VA
Hochspannung Pistole bis 120 kV
Ausgangsstrom Pistole bis 120 µA
Rezeptspeicher 50 (P01 bis P50), vier ab Werk belegt
Schutzart Steuereinheit IP54
Schutzart Pistole IP64
Explosionsschutz Steuereinheit II 3(2) D (Zone 22), Pistole II 2 D (Zone 21)
Max. Oberflächentemperatur 85 °C
Druckluftanschluss Ø 8 mm
Eingangsdruck und Kapazität 5,5 bis 7,0 bar bei 150 bis 200 l/min
Luftqualität max. 1,4 g/m³ Wasserdampf, max. 0,12 mg/m³ Öl
Elektrodenspülung 0 bis 16 l/min (Werkseinstellung 2 l/min)
Zerstäuberluft 10 bis 75 l/min
Förderluft 10 bis 100 l/min
Gesamtluft 20 bis 175 l/min
Pulverbecher 500 ml serienmäßig, 1000 ml optional
Pulverschlauch antistatisch, 7 m, Ø 11 mm
Geeignete Pulver Epoxid und Polyester
Gewicht Pistole 495 g
Abmessungen 37 × 57 × 34 cm
Gewicht 13 kg
Garantie 2 Jahre auf Produktions- und Bauteilfehler

Pulverausstoß mit dem Inline-Injektor

Förderluft-Anteil 50 l/min Gesamtluft 75 l/min 100 l/min
20 % 10 g/min 15 g/min 40 g/min
40 % 30 g/min 85 g/min 155 g/min
60 % 72 g/min 253 g/min 295 g/min
80 % 156 g/min 312 g/min 353 g/min
100 % 225 g/min 355 g/min 425 g/min

Im Laborbetrieb arbeiten Sie üblicherweise im unteren Bereich dieser Tabelle. Die hohen Ausstoßmengen sind für Produktionsanwendungen dokumentiert und zeigen, dass die Technik nicht auf Kleinmengen begrenzt ist.

Häufige Fragen

Brauche ich auch für ein Tischgerät eine Kabine und eine Absaugung?

Ja. Die geringere Pulvermenge ändert nichts an der Physik: Auch hier entsteht Overspray, auch hier gilt die Zoneneinteilung, und auch hier schreibt der Hersteller vor, dass die Steuereinheit nur bei ordnungsgemäß arbeitender Kabine eingeschaltet werden darf. Für Laborzwecke genügt allerdings eine deutlich kleinere Kabine als in der Produktion. Sprechen Sie uns an, wir sagen Ihnen, welche Größe zu Ihren Musterteilen passt.

Kann ich mit dem Electron Gerät auch echte Bauteile beschichten?

Technisch ja, die Steuerung und die Pistole entsprechen den Bodengeräten. Praktisch setzt der Becher die Grenze: Bei 250 bis 350 Gramm Füllmenge müssen Sie bei größeren Teilen nachfüllen, und das kostet mehr Zeit als es einbringt. Für Einzelstücke bis etwa DIN A3 und für Kleinteile funktioniert es gut, ab regelmäßigen Aufträgen ist ein Gerät mit Behälter oder Kartonentleerer die wirtschaftlichere Wahl.

Wie schnell ist ein Farbwechsel?

Becher abnehmen, Pulverweg mit dem Schnellspülmodus freiblasen, neuen Becher aufsetzen. Damit sind Sie im Bereich von ein bis zwei Minuten, sofern Sie mehrere Becher vorhalten. Für Farbreihen mit fünf oder sechs Tönen an einem Vormittag empfiehlt es sich, für jede Farbe einen eigenen Becher bereitzustellen und die Reinigung gesammelt am Ende zu erledigen.

Was unterscheidet die Master- von der Pro-Ausführung des Laborgeräts?

Das E-LAB+3 gibt es auch als Pro-Variante mit LED-Segmentanzeige, drei Werksrezepten und manuellen Manometerreglern. Für den Laborbetrieb sprechen die 50 Rezeptspeicher der Master-Version besonders deutlich, weil genau dort die Dokumentation der Parameter den Nutzen ausmacht. Wer das Gerät ausschließlich zum Einarbeiten oder für gelegentliche Muster nutzt, kommt auch mit der Pro-Ausführung zurecht. Wir nehmen sie in Kürze ins Sortiment auf.

Passendes Material zur Pulverbeschichtung

Den vollständigen Prozess von der Vorbehandlung bis zum Einbrennen beschreiben wir in unserer Anleitung zum Selberbeschichten.

Lieferung und Service

Innerhalb Deutschlands liefern wir in 7 bis 10 Tagen und versandkostenfrei, nach Österreich in 7 bis 14 Tagen. Mit 13 kg geht das Gerät als Paket auf die Reise, eine Spedition ist nicht nötig.

Für den Inline-Injektor halten wir die Verschleißteile einzeln vor, insbesondere Teflonbuchse, Injektordüse und die zugehörigen O-Ringe. Der Hersteller führt diese Positionen ausdrücklich als empfohlene Lagerteile, weil sie den Pulveraustrag unmittelbar beeinflussen, sobald sie ausgelaufen sind. Ersatzbecher in 500 und 1000 ml bekommen Sie ebenfalls bei uns.