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Das Grundset der E-COAT+3 Master Serie:

Digitale Steuereinheit, Corona-Handpistole E-GUN+3 C1 und Injektor in einem Paket. Damit steigen Sie ohne Umwege in die professionelle Pulverbeschichtung ein – mit 50 speicherbaren Rezepten, automatischer Luftregelung und einer Aufladung, die sich bis in den einstelligen Mikroampere-Bereich präzise steuern lässt.

Bitte vor dem Kauf lesen: Was diesem Set noch fehlt

Wir sagen es lieber vorher als nachher: Mit dem Grundset allein können Sie noch nicht beschichten. Das Set enthält alles, was Pulver fördert, auflädt und aufträgt – aber keine Pulverquelle. Sie benötigen zusätzlich eines von beidem:

  • einen Pulverbehälter mit Injektorbuchse (8, 50 oder 100 Liter), die klassische Lösung, wenn Sie überwiegend mit wenigen Farbtönen arbeiten, oder
  • einen Kartonentleerer mit Saugrohr, dann entnehmen Sie das Pulver direkt aus dem Originalgebinde, ohne Umfüllen und ohne Behälterreinigung.

Beides finden Sie in dieser Kategorie. Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrem Betrieb passt: Kontaktieren Sie uns, das ist in fünf Minuten geklärt.

E-COAT+3 Master Steuereinheit

Die Steuereinheit ist das Herzstück des Sets. Sie regelt Hochspannung, Ausgangsstrom und beide Luftströme, und zwar so, dass Sie sich auf das Bauteil konzentrieren können statt auf Manometer.

50 Rezepte statt Einstellen nach Gefühl

Sie speichern bis zu 50 Parametersätze (P01–P50). Vier davon sind ab Werk hinterlegt und über die Tasten B6 bis B9 direkt abrufbar:

Rezept Anwendung Hochspannung Ausgangsstrom
P01 Beschichtung auf geradlinigem Material (Erstbeschichtung) 100 kV 100 µA
P02 Beschichtung auf bereits beschichtetem Material 45 kV 27 µA
P03 Beschichtung auf gekerbten und komplexen Oberflächen 55 kV 30 µA
P04 Boost-Modus 120 kV 100 µA

Die restlichen 46 Plätze belegen Sie selbst. Praktisch heißt das: Sie stellen ein Werkstück einmal sauber ein, speichern es und fahren dieselben Parameter Monate später identisch wieder.

Doppelauslöser und Unterrezepte

Jedem Hauptrezept lässt sich ein Unterrezept zuordnen. Ein doppelter Zug am Abzug wechselt zwischen beiden. Etwa von „Fläche“ auf „komplexes Teil“ und zurück, ohne dass Sie die Pistole ablegen oder ans Steuergerät gehen. An einem Bauteil mit Flächen und Innenecken sparen Sie damit bei jedem Wechsel mehrere Handgriffe.

MCF-Modus für gleichmäßige Schichtdicken

Sobald Sie den Ausgangsstrom unter 10 µA einstellen, schaltet die Steuereinheit automatisch in den MCF-Modus (Micro Charge Feedback). Sie nimmt dann deutlich mehr Strommessungen pro Zeiteinheit und regelt die Pulverladung auf Mikroebene nach. Genau das verhindert Überbeschichtung an Kanten und Rückspray in Faradayschen Käfigen. Der angezeigte µA-Wert schwankt beim Sprühen. Die interne Regelung bleibt trotzdem unter 10 µA.

Automatische Luftregelung

Sie geben Gesamtluftmenge und Pulveranteil in Prozent vor. Ändern Sie das Verhältnis, passt das Gerät die Zusatzluft selbstständig an und hält die Gesamtluftmenge im Schlauch konstant. Wer lieber manuell arbeitet, schaltet in den Stand-alone-Modus und stellt Förder- und Zerstäuberluft unabhängig voneinander ein.

Weitere Funktionen der Steuereinheit

  • FastPurge: Schnellspülung von Injektor, Schlauch und Pistolenweg mit Hochdruckluft, auslösbar über die Menütaste am Gerät oder die „P“-Taste an der Pistole (jeweils 3 Sekunden halten).
  • Verbrauchsmaterial-Zähler: fünf frei einstellbare Zähler in Tagen, mit blinkender Warnung, wenn ein Verschleißteil fällig ist.
  • Bluetooth: Verbindung zur ElectronApp.
  • Standby: Wird längere Zeit keine Taste betätigt, dimmt das Display auf Stufe 0 und wacht bei der nächsten Eingabe wieder auf.
  • Netzwerk (optional): Über das nachrüstbare Ethernet-Modul (Bestellcode B07140513) lassen sich mehrere Master-Einheiten im Master-/Slave-Betrieb koppeln oder an eine Automatisierung anbinden. Ab Werk ist kein Netzwerkanschluss verbaut.
  • Kalibrierfaktoren PCF1 und PCF2: zum Feinabgleich des minimalen Pulveraustrags und zur Angleichung mehrerer Pistolen im selben System.

E-GUN+3 C1 Handpistole

Die mitgelieferte Corona-Pistole wiegt 495 Gramm und liegt auch nach mehreren Stunden noch ordentlich in der Hand. Am Pistolenrücken sitzen vier Tasten, mit denen Sie Pulvermenge, Segmentauswahl, Reinigungsmodus und Beleuchtung direkt bedienen. Die Steuereinheit können Sie also während der Arbeit stehen lassen.

Die integrierte LED lässt sich dauerhaft ein- und ausschalten oder in den Automatikmodus setzen: Dann leuchtet sie, solange Sie den Abzug ziehen, und geht zehn Sekunden nach dem Loslassen von selbst aus. In dunklen Kabinen und bei Innenflächen ist das ein spürbarer Unterschied.

Die C1 ist für Kunststoff-, Metallic- und Emaillepulver freigegeben. Ausgangsseitig liefert sie bis 120 kV bei maximal 120 µA, Schutzart IP64, Explosionsschutz II 2 D. Das 7 Meter lange Anschlusskabel deckt einen normalen Kabinenarbeitsplatz problemlos ab.

E-FEED+3 Injektor

Der Injektor saugt das Pulver an und transportiert es über den 7 Meter langen antistatischen Schlauch (Ø 11 mm) zur Pistole. Ausgelegt ist er auf Epoxid- und Polyesterpulver bei einem Schlauchluftstrom von etwa 65 bis 85 l/min. Unregelmäßiger Pulveraustrag oder Spucken am Düsenausgang sind fast immer ein Zeichen für zu wenig Schlauchluft. Erhöhen Sie dann den Wert, bevor Sie irgendetwas zerlegen.

Zur Reinigung trennen Sie den Injektor vom Behälter und blasen Körper, Schlauchanschluss und Pulvereinlass mit öl- und wasserfreier Druckluft aus. Bei festsitzenden Rückständen können Sie Celluloseverdünner verwenden. Kein Aceton, und die weißen Feststofffilter im Filtermodul niemals in Flüssigkeit tauchen, sondern nur ausblasen oder tauschen.

Lieferumfang

Artikelcode des Herstellers: A06ECM01B+3

  • E-COAT+3 Master Controller-Einheit
  • E-GUN+3 C1 Handpistole mit 7 m Kabel und LED-Beleuchtung
  • E-FEED+3 Injektor
  • 7 m antistatischer Pulverschlauch
  • Regler- und Luftverteilungseinheit
  • Zubehör für die Schlauchanschlüsse

Nicht enthalten: Pulverbehälter bzw. Kartonentleerer, Druckluftaufbereitung, Spritzkabine, Absaugung und Erdungszubehör.

Technische Daten

Nenneingangsspannung 100–240 VAC, 50–60 Hz
Eingangsleistung 60 VA
Ausgangsspannung Pistole max. 20 Vp-p (Pistolenausgang bis 120 kV)
Ausgangsstrom Pistole max. 1,5 A (Pistolenausgang bis 120 µA)
Hilfsausgang (AUX) 24 VDC / max. 10 W · 100–240 VAC / max. 100 W
Schutzart Steuereinheit IP54
Schutzart Pistole IP64
Explosionsschutz Steuereinheit II 3(2) D (Zone 22) · Pistole II 2 D (Zone 21)
Max. Oberflächentemperatur 85 °C
Druckluftanschluss Ø 8 mm
Eingangsdruck und Kapazität 5,5–7,0 bar bei 150–200 l/min
Luftqualität max. 1,4 g/m³ Wasserdampf, max. 0,12 mg/m³ Öl
Elektrodenspülung 0–16 l/min (Werkseinstellung 2 l/min)
Zerstäuberluft 10–75 l/min
Förderluft 10–100 l/min
Gesamtluft 20–175 l/min
Pulverschlauch antistatisch, 7 m, Ø 11 mm
Pulverluftdüse Ø 1,5 mm
Geeignete Pulver Epoxid und Polyester
Gewicht Pistole 495 g
Abmessungen Versandeinheit 37 × 57 × 34 cm
Gewicht Versandeinheit 13 kg
Garantie 2 Jahre auf Produktions- und Bauteilfehler

Pulverausstoß mit E-FEED+3 Injektor

Förderluft-Anteil 50 l/min Gesamtluft 75 l/min 100 l/min
20 % 10 g/min 15 g/min 40 g/min
40 % 30 g/min 85 g/min 155 g/min
60 % 72 g/min 253 g/min 295 g/min
80 % 156 g/min 312 g/min 353 g/min
100 % 225 g/min 355 g/min 425 g/min

Richtwerte des Herstellers, gemessen mit Ø 11 mm Schlauch. Der tatsächliche Ausstoß hängt von Pulvertyp, Korngröße und Schlauchführung ab.

Voraussetzungen am Arbeitsplatz

  • Erdung unter 1 MΩ. Werkstück, Kabine, Behälter und, falls vorhanden, Förderkette müssen zuverlässig geerdet sein, im Umkreis von fünf Metern gilt das für jedes leitfähige Teil. Der Widerstand ist wöchentlich zu prüfen. Haftet Pulver nicht, liegt es in den allermeisten Fällen daran und nicht am Gerät.
  • Aufbereitete Druckluft. Ein Filter-Regler vor dem Gerät ist Pflicht. Feuchtes oder öliges Pulver lässt sich nicht sauber applizieren, egal wie gut die Steuerung ist.
  • Absaugung und Ex-Zonen. Die Steuereinheit darf nur in Zone 22 betrieben werden, die Pistole in der von ihr erzeugten Zone 21. Die technische Belüftung muss die Staubkonzentration unter 50 % der unteren Explosionsgrenze halten.
  • Leitfähiges Schuhwerk, keine isolierenden Handschuhe. Die Pistole wird geerdet geführt; falls Handschuhe nötig sind, müssen sie leitfähig sein.

Wenn Sie gerade erst einsteigen: In unserer Anleitung zum Selberbeschichten gehen wir den kompletten Ablauf von der Vorbehandlung bis zum Einbrennen durch. Und warum Corona-Technik bei Flächen brilliert und bei tiefen Innenecken an Grenzen stößt, erklären wir im Beitrag zu den Applikationssystemen für Pulverlacke.

Was Sie sonst noch brauchen

Master oder Pro?

Wir führen die E-COAT+3 Serie in zwei Ausbaustufen. Der Master, dieses Gerät, arbeitet mit digitalem Display, 50 Rezepten, MCF-Modus und automatischer Luftregelung. Der E-COAT+3 Pro kommt mit LED-Segmentanzeige, drei Werksrezepten und manuellen Manometerreglern, liefert bis 100 kV und 100 µA und ist deutlich günstiger. Wenn Sie mit ein bis zwei Standardfarben arbeiten und keine Rezeptverwaltung brauchen, reicht die Pro-Version völlig aus.

Sie suchen etwas Kleineres für gelegentliche Projekte? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Einstiegsmodelle.

Lieferung und Service

Wir liefern innerhalb Deutschlands in 7 bis 10 Tagen, nach Österreich in 7 bis 14 Tagen. Das Grundset geht als Paket (13 kg) auf die Reise, eine Spedition ist nicht nötig. Verschleiß- und Ersatzteile: Düsen, Deflektoren, Carbonringe, Teflonbuchsen, Injektordüsen, halten wir über die gesamte Produktlebensdauer für Sie vor. Electron gibt die wirtschaftliche Lebensdauer der Steuereinheit mit rund zehn Jahren an und sichert die Ersatzteilversorgung über diesen Zeitraum zu.